Webdesigner verschwunden
Was passiert mit meiner Website, wenn der Webdesigner nicht mehr erreichbar ist?
Deine Website läuft. Irgendwie. Seit Jahren hast du dich nicht mehr eingeloggt. Wer sie damals gebaut hat, weißt du noch. Aber die Handynummer funktioniert nicht mehr, und auf deine E-Mail kommt keine Antwort.
Solange alles läuft, ist das kein Problem. Bis zu dem Tag, an dem etwas nicht mehr funktioniert. Das Kontaktformular schickt keine Anfragen mehr. Eine Seite zeigt nur noch eine Fehlermeldung. Oder du willst einfach deine Öffnungszeiten ändern und stellst fest: Du kommst nicht rein.
Genau in dieser Situation kommen Kunden zu mir. Meistens nicht entspannt, sondern verzweifelt. In diesem Artikel erzähle ich dir, was ich dabei erlebt habe, was so eine Rettungsaktion kostet und wie du dafür sorgst, dass dir das nie passiert. Egal, wer deine Website gebaut hat.
Eine Geschichte aus der Praxis: Zwei Wochen, um wieder an die eigene Website zu kommen
Vor einiger Zeit meldete sich ein Kunde bei mir. Seine Website funktionierte nicht mehr richtig. Der Webdesigner, der sie gebaut hatte, war nicht mehr erreichbar. Der Kunde war verwirrt, frustriert und von der Technik komplett überfordert. Verständlich, denn er wollte eigentlich nur sein Business machen und nicht plötzlich Detektiv spielen.
Als ich mir die Lage angesehen habe, war das Bild typisch:
- Den Zugang zum WordPress-System hatte er noch, aber das Passwort war vergessen.
- Wo die Website gehostet war, wusste er nicht. Keine Ahnung, kein Vertrag, kein Login.
- Updates standen seit langer Zeit aus. Und genau daraus waren die Fehler entstanden.
Das Passwort für WordPress zurückzusetzen, war noch der einfache Teil. Beim Hosting wurde es mühsam. Über ein Analysetool habe ich herausgefunden, bei welchem Anbieter die Website überhaupt liegt. Damit war es aber nicht getan. Um an die Zugangsdaten zu kommen, musste der Kunde dem Hoster eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass die Website wirklich ihm gehört.
Erst danach konnte ich die Updates einspielen und die Fehler beheben.
Das Ergebnis: Der ganze Vorgang hat sich über zwei Wochen gezogen und rund 5 Arbeitsstunden gekostet. Fünf Stunden, die der Kunde bezahlen musste, nur um wieder an etwas zu kommen, das ihm sowieso gehört. Zwei Wochen, in denen seine Website nicht richtig funktioniert hat.
Und das Bitterste daran: Fast nichts davon wäre nötig gewesen, wenn er bei der Übergabe seiner Website ein paar Dinge in der Hand gehabt hätte.
Warum Webdesigner verschwinden (und warum das keine Seltenheit ist)
„Mein Webdesigner ist nicht erreichbar“ klingt erst mal nach Pech. In Wahrheit passiert das ständig. Und meistens steckt keine böse Absicht dahinter. Typische Gründe sind:
- Die Designerin hat ihre Selbstständigkeit aufgegeben und arbeitet wieder angestellt.
- Die Agentur wurde verkauft, umbenannt oder ist insolvent.
- Krankheit, Umzug, Elternzeit oder einfach ein neuer Lebensabschnitt.
- Der Freelancer hat inzwischen so viele Projekte, dass alte Kunden untergehen.
- Es gab Streit, und keiner meldet sich mehr beim anderen.
Das Leben passiert. Das weiß ich selbst nur zu gut. Deshalb ist die wichtigste Frage nicht „Wird meine Webdesignerin für immer da sein?“, sondern: Kann ich ohne sie weitermachen?
Die Symptome: Woran du merkst, dass du ein Problem hast
Die meisten merken erst, dass sie abhängig sind, wenn es zu spät ist. Achte auf diese Warnzeichen:
- Du weißt nicht, bei welchem Anbieter deine Website liegt.
- Die Rechnung für Hosting oder Domain geht an deinen Webdesigner und nicht an dich.
- Du hast keine Zugangsdaten zu WordPress oder nur ein Konto mit eingeschränkten Rechten.
- Du hast dich seit Monaten oder Jahren nicht mehr eingeloggt.
- Im Dashboard leuchten rote Zahlen bei den Updates.
- Du kannst Texte oder Bilder nicht selbst ändern, ohne jemanden zu fragen.
Wenn du dich bei zwei oder mehr Punkten wiedererkennst: Keine Panik. Aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt, etwas zu tun. Nicht erst, wenn die Seite offline ist.
Was gehört eigentlich alles zu deiner Website?
Viele denken, „die Website“ ist eine Sache. Tatsächlich besteht sie aus mehreren Bausteinen, und für jeden brauchst du einen eigenen Zugang. Diese Übersicht hilft dir, den Überblick zu behalten:
| Baustein | Was ist das? | Was passiert ohne Zugang? |
|---|---|---|
| Domain | Deine Adresse im Netz, z. B. deinname.de | Du kannst nicht umziehen, und im schlimmsten Fall läuft die Domain aus und ist weg. |
| Hosting | Der Speicherplatz, auf dem deine Website liegt | Kein Zugriff auf Dateien und Datenbank, keine Backups, kein Umzug möglich. |
| WordPress-Login | Das Dashboard, in dem du Inhalte pflegst | Keine Änderungen an Texten, Bildern oder Seiten, keine Updates. |
| FTP/SFTP und Datenbank | Technischer Zugang zu den Dateien im Hintergrund | Bei schweren Fehlern kann niemand die Seite reparieren. |
| E-Mail-Postfächer | Deine Adressen wie info@deinname.de | Du kannst Passwörter nicht ändern oder Postfächer verwalten. |
| Lizenzen | Kostenpflichtige Plugins oder Themes | Keine Updates mehr, im schlimmsten Fall Sicherheitslücken. |
Schritt 1: Hol dir jetzt alle Zugangsdaten
Mein wichtigster Rat, wenn du gerade unsicher bist: Kontaktiere jeden, der jemals mit deiner Website zu tun hatte, und hol dir alle Zugangsdaten und Informationen. Solange dein Webdesigner noch erreichbar ist, ist das eine E-Mail. Wenn er es nicht mehr ist, sind das schnell zwei Wochen und eine eidesstattliche Erklärung.
Schreib ihm freundlich und ganz konkret, was du brauchst. Zum Beispiel: „Ich möchte meine Unterlagen vollständig haben. Kannst du mir bitte alle Zugänge zu Domain, Hosting und WordPress schicken?“ Ein seriöser Webdesigner wird damit kein Problem haben.
Checkliste: Diese Daten solltest du haben
- Name des Hosting-Anbieters und deine Kundennummer
- Login für das Kundenkonto beim Hoster
- Login für die Domainverwaltung
- WordPress-Zugang mit Administrator-Rechten
- FTP/SFTP-Zugangsdaten
- Zugangsdaten zur Datenbank
- Lizenzschlüssel für gekaufte Plugins oder Themes
- Zugänge zu E-Mail-Postfächern
Speicher alles an einem sicheren Ort, zum Beispiel in einem Passwort-Manager. Ein Zettel in der Schreibtischschublade ist besser als nichts. Aber ein Passwort-Manager ist besser als ein Zettel.
Schritt 2: Sorge dafür, dass alles auf deinen Namen läuft
Zugangsdaten sind gut. Eigentum ist besser. Prüfe, auf wen die Verträge laufen. Wenn das Hosting im Konto deines Webdesigners liegt, hast du zwar vielleicht ein Passwort, aber rechtlich gehört dir der Vertrag nicht.
Bitte deinen Webdesigner, das Hosting-Paket und die Domain auf dich zu übertragen. Bei den meisten Anbietern ist das ein überschaubarer Vorgang. Danach bekommst du die Rechnungen direkt, und niemand kann dir den Zugang wegnehmen.
| Abhängig vom Webdesigner | Unabhängig | |
|---|---|---|
| Hosting-Vertrag | Läuft auf den Webdesigner | Läuft auf dich |
| Zugangsdaten | Liegen beim Webdesigner | Liegen bei dir |
| Updates | Nur der Webdesigner weiß, wie es geht | Du oder jeder andere Entwickler kann sie einspielen |
| Technik | Kompliziert, individuell, schwer zu verstehen | Klar strukturiert, gut wartbar |
| Wenn der Webdesigner weg ist | Wochenlange Suche, hohe Kosten | Neuer Ansprechpartner, weitermachen |
Schritt 3: Updates nicht vor dir herschieben
Erinnerst du dich an meinen Kunden? Die eigentlichen Fehler auf seiner Seite kamen nicht vom verschwundenen Webdesigner. Sie kamen von den Updates, die jahrelang niemand eingespielt hatte.
In WordPress ist ein Update meistens nur ein Klick auf „Aktualisieren“. Und in den allermeisten Fällen läuft danach alles wie vorher. Ich will dir aber nichts vormachen: Es kommt selten vor, aber bei einem Update kann auch etwas kaputtgehen. Ein Plugin verträgt sich plötzlich nicht mehr mit einem anderen, oder eine Seite sieht auf einmal anders aus.
Und dann stellt sich die ehrliche Frage: Was machst du ohne Programmiererfahrung?
Darauf gibt es zwei gute Antworten:
- Du machst es selbst, aber mit Sicherheitsnetz. Vor jedem Update ein Backup. Danach einmal durch die wichtigsten Seiten klicken und das Kontaktformular testen. Wenn etwas nicht stimmt, spielst du das Backup zurück.
- Du gibst die Wartung ab. Jemand übernimmt regelmäßig Backups, Updates und schaut danach nach, ob alles noch funktioniert.
Beides ist in Ordnung. Nicht in Ordnung ist nur, gar nichts zu tun.
Checkliste: Sicher updaten
- Backup erstellen, bevor du etwas aktualisierst
- Updates nicht alle auf einmal, sondern nacheinander einspielen
- Startseite, wichtigste Unterseiten und Kontaktformular prüfen
- Regelmäßig reinschauen, statt alles Monate zu sammeln
- Bei Problemen: Backup zurückspielen und Hilfe holen
So mache ich das bei meinen Kunden
Nach der Geschichte oben wirst du verstehen, warum mir das Thema so wichtig ist. Bei mir gilt nach Fertigstellung einer Website ein ganz klarer Grundsatz: Du sollst vollständig unabhängig von mir sein.
Das heißt konkret:
- Das Hosting-Konto wird auf dich übertragen. Der Vertrag gehört dir.
- Du bekommst alle Zugangsdaten und alle Logins.
- Updates kannst du komplett ohne mich einspielen. Einfach auf „Aktualisieren“ drücken.
Ich baue meine Websites mit meinem eigenen WordPress-Template. Vielleicht denkst du jetzt: „Dann bin ich doch wieder von dir abhängig.“ Nein. Genau das will ich ja vermeiden. Das Template ist einfach und klar strukturiert aufgebaut, damit jeder andere Entwickler es übernehmen und warten kann.
Und wenn du deine Website nicht selbst pflegen möchtest, kannst du bei mir eine Wartung anfragen. Dazu gehören Backups, Updates und eine Sichtprüfung, ob danach noch alles so aussieht und funktioniert, wie es soll.
Was ich dir ehrlich sagen möchte: Einen Notfallservice biete ich nicht an. Wenn es ein Problem gibt, helfe ich dir gern auf Stundenbasis. Aber oft nicht sofort, weil ich meistens im Voraus verplant bin. Mir ist es lieber, du weißt das vorher, als dass du im Ernstfall enttäuscht bist. Genau deshalb sind regelmäßige Wartung und Backups so viel entspannter als Feuerwehr spielen.
Und was passiert, wenn ich irgendwann nicht mehr da bin?
Diese Frage darfst du mir stellen. Ehrlich gesagt solltest du sie jeder Webdesignerin stellen, bevor du einen Auftrag vergibst.
Meine Antwort: Dann hast du alle Zugänge, den Hosting-Vertrag auf deinen Namen und ein einfach strukturiertes System, das der nächste Entwickler ohne Umwege warten kann. Du suchst dir einen neuen Ansprechpartner und machst weiter. Ohne Detektivarbeit, ohne eidesstattliche Erklärung und ohne zwei Wochen Stillstand.
Eine gute Website hängt nicht an einer Person. Sie hängt an guter Struktur und an einer sauberen Übergabe.
Checkliste: Diese Fragen stellst du deiner Webdesignerin vor dem Auftrag
- Auf wen läuft das Hosting nach Fertigstellung?
- Bekomme ich alle Zugangsdaten mit vollen Rechten?
- Kann ich Updates selbst einspielen?
- Kann ein anderer Entwickler die Website später übernehmen?
- Bietest du Wartung an, und was ist darin enthalten?
- Wie schnell bist du bei Problemen erreichbar?
Du bist gerade unsicher, ob deine Website gut aufgestellt ist, oder du planst eine neue, bei der du von Anfang an unabhängig bist? Professionelle Unterstützung hier.
FAQ
Mein Webdesigner ist nicht erreichbar. Was mache ich zuerst?
Versuche, alle Personen zu kontaktieren, die mit deiner Website zu tun hatten. Prüfe deine alten E-Mails und Rechnungen nach Hinweisen auf den Hosting-Anbieter. Wenn du dort nichts findest, kann ein Webdesigner über Analysetools herausfinden, wo deine Website liegt.
Wie komme ich an mein Hosting, wenn der Vertrag nicht auf mich läuft?
Wende dich direkt an den Hosting-Anbieter. Oft musst du nachweisen, dass die Website dir gehört, zum Beispiel über eine eidesstattliche Erklärung. Das ist möglich, kostet aber Zeit und Nerven. Besser ist es, die Übertragung zu klären, solange dein Webdesigner noch erreichbar ist.
Kann ich WordPress-Updates selbst machen?
Ja. Meistens reicht ein Klick auf „Aktualisieren“. Mach vorher ein Backup und prüfe danach die wichtigsten Seiten und dein Kontaktformular. Dann bist du auf der sicheren Seite, falls doch einmal etwas nicht funktioniert. Allerdings solltest du dann wissen, was bei einem fehlerhaften Update zu tun ist.
Was passiert, wenn ich jahrelang keine Updates mache?
Es entstehen Sicherheitslücken, und Plugins oder Themes passen irgendwann nicht mehr zusammen. Je länger du wartest, desto größer wird der Sprung und desto wahrscheinlicher sind Fehler. Regelmäßig kleine Updates sind viel entspannter als ein großes nach Jahren.
Kann ein anderer Webdesigner meine bestehende Website übernehmen?
In den meisten Fällen ja, wenn du alle Zugangsdaten hast und die Website sauber aufgebaut ist. Schwieriger wird es bei sehr individuellen oder unübersichtlichen Lösungen. Deshalb lohnt es sich, schon beim Auftrag auf eine klare Struktur zu achten.
Wo bewahre ich meine Zugangsdaten am besten auf?
Am sichersten in einem Passwort-Manager. Wichtig ist, dass du sie selbst hast und nicht nur dein Webdesigner. Denk auch daran, die Daten zu aktualisieren, wenn du ein Passwort änderst.
Brauche ich unbedingt einen Wartungsvertrag?
Nein. Wenn du Updates und Backups selbst regelmäßig erledigst, geht es auch ohne. Eine Wartung lohnt sich, wenn du dich nicht darum kümmern möchtest oder unsicher bist, was du bei einem Fehler tun sollst.
Hinweis: Dieser Artikel enthält allgemeine Empfehlungen aus meiner Praxis und ersetzt keine individuelle Beratung, auch keine rechtliche.

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Was muss ich tun, wenn der Webdesigner nicht erreichbar ist?
Deine Website läuft. Irgendwie. Seit Jahren hast du dich nicht mehr eingeloggt. Wer sie damals gebaut hat, weißt du noch. Aber die Handynummer funktioniert nicht mehr, und auf deine E-Mail…
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Gibt es eine Nachfrage für dein Angebot?
Du hast eine Idee, ein Angebot oder eine Dienstleistung, an die du glaubst. Vielleicht willst du dafür eine Website bauen lassen. Oder du hast schon eine – und es kommen…
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